2. Ausbildungskongress für die Pflege am 30. April 2026

2. Ausbildungskongress für die Pflege am 30. April 2026
Nach dem großen Erfolg und dem durchweg positiven Feedback zum ersten Ausbildungskongress der DRK-Schwesternschaft Bonn im April 2025 kamen die Pflegeauszubildenden am 30. April 2026 erneut im LVR-Landesmuseum Bonn zusammen.

Dieses Mal präsentierte sich der Kongress noch intensiver, mit einem erweiterten Angebot an aktiven Workshopphasen und einem Programm, das zu rund 90 Prozent von Auszubildenden für Auszubildende gestaltet wurde.

Mit viel Engagement und spürbarer Begeisterung führten die beiden Auszubildenden Lisanne Bürgel und Justina Epurasch (angehende Pflegefachfrauen am Eduardus-Krankenhaus in Köln) durch den Tag.

Nach einer kurzen Einführung durch Dr. Frauke Hartung (Oberin der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V.), Pascale Hilberger-Kirlum (Referentin für Pflege- und Verbandspolitik beim Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. sowie Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats) und den Traumwandler Klaus Lüpertz gehörte die Bühne ganz den Auszubildenden.

Den Auftakt gestalteten Auszubildende des Centrums für Aus- und Weiterbildung (CAW) des Universitätsklinikums Bonn. Sie zeigten eindrucksvoll, wie der Einsatz von eigens entwickelten VR-Brillen für die Pflegeausbildung dabei hilft, komplexe oder kritische Pflegesituationen, sicher und kontrolliert zu trainieren. Die Szenarien lassen sich beliebig oft wiederholen, wodurch die Auszubildenden in ihrem eigenen Tempo lernen und gezielt an individuellen Herausforderungen arbeiten können. In der anschließenden Workshopphase hatten die Teilnehmenden zudem die Gelegenheit, die VR-Technologie selbst auszuprobieren und noch mehr darüber zu erfahren.

Auch die weiteren Workshops boten vielfältige Impulse für den Ausbildungsalltag. So stellten Auszubildende der Pflegefachschule Köln am Eduardus-Krankenhaus das mehrfach erfolgreich umgesetzte Projekt „Teddy Klinik“ vor. Dabei besuchen Auszubildende Kindergärten und vermitteln Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren spielerisch den Ablauf eines Krankenhausaufenthalts, indem sie mitgebrachte Kuscheltiere und Puppen „behandeln“. Ziel ist es, Ängste abzubauen und gleichzeitig den Auszubildenden den Umgang mit verschiedenen Altersgruppen näherzubringen.

Ein weiterer Workshop, durchgeführt von Auszubildenden der Pflegeschule am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, widmete sich der Darstellung des Pflegeberufs in sozialen Medien und deren Einfluss auf die Berufswahl. Die präsentierten Ergebnisse wurden intensiv diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie Auszubildende selbst zu einer realistischen und positiven Wahrnehmung des Pflegeberufs in der Öffentlichkeit beitragen können.

Unter dem Motto „MACHT kommt von MACHEN“ setzten sich Auszubildende der Akademie für Pflege, Gesundheit und Soziales der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V. am Standort Euskirchen mit berufspolitischen Mitwirkungsmöglichkeiten auseinander. Sie zeigten auf, wie bereits Auszubildende aktiv Einfluss nehmen und Mitbestimmung leben können. Auch hier entwickelte sich ein lebendiger Austausch, in dem eigene Erfahrungen reflektiert wurden.

Den inhaltlichen Abschluss bildete ein weiterer spannender Beitrag aus dem Bereich der Pflegewissenschaft. Auszubildende der Akademie, diesmal vom Standort Bonn, nahmen die Teilnehmenden mit in die Welt des wissenschaftlichen Arbeitens. Im Rahmen einer Projektwoche gingen sie der Frage nach, wie aus Beobachtungen in der Praxis evidenzbasierte Empfehlungen entstehen. Sie zeigten exemplarisch, wie Forschungsfragen entwickelt und Literaturrecherchen durchgeführt werden. Vorgestellt wurden unter anderem Ergebnisse einer Projektgruppe, die die Akzeptanz der generalistischen Ausbildung in der pflegerischen Praxis – insbesondere im Hinblick auf die Qualität der Praxisanleitung – untersuchte.

Mit den abschließenden Worten von Dr. Frauke Hartung und den beiden Moderatorinnen endete ein rundum gelungener Kongresstag. Auch der zweite Ausbildungskongress kann als voller Erfolg gewertet werden: Es ist gelungen, praxisnahe Lernangebote zu schaffen, die Berufsvorbereitung zu stärken, Erfahrungen zu bündeln und die Vernetzung unter angehenden Pflegefachkräften zu fördern. Der Kongress hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie partizipative Lernkulturen die Qualität der Pflegeausbildung verbessern und zugleich neue Perspektiven eröffnen können.