Daniela Düren: Pflegedirektorin mit offenen Karten und offener Tür

Daniela Düren: Pflegedirektorin mit offenen Karten und offener Tür
Ein Interview mit der Pflegedirektorin des Cellitinnen-Krankenhauses Maria-Hilf.

Als Daniela Düren als frisch examinierte Krankenpflegerin anfing, hat sie direkt erfahren, wie viel ein gutes Team und dessen Zusammenhalt wert ist. Diese Erfahrung prägt sie und ihren Führungsstil bis heute. Seit 19 Jahren ist sie nun schon in unterschiedlichen Positionen im Cellitinnen-Krankenhauses Maria-Hilf in Bergheim tätig und seit über einem Jahr nun als Pflegedirektorin. Dies haben wir zum Anlass genommen, die zu ihrem ersten Jahr in dieser neuen Rolle zu befragen.

Name: Daniela Düren
Alter: 41 Jahre
Aktuelle Position: Pfelgedirektorin Cellitinnen-Krankenhauses Maria-Hilf in Bergheim
Seit wann in dieser Funktion: Februar 2025
Ein Satz, der mich beschreibt: Ich habe das Herz auf der Zunge.

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, die Position der Pflegedirektorin zu übernehmen?

Ich wollte aus meinen Erfahrungen und den Wünschen aus dem Team heraus die Einrichtung modernisieren und Dinge so verändern, dass sich möglichst alle wohlfühlen.

Was ist Ihnen in Ihrer Rolle als Pflegedirektorin besonders wichtig?

Ich möchte nie die Verbindung zu den Menschen hier verlieren. Deshalb besuche ich trotz allem Stress regelmäßig die Stationen. So zeige ich Präsenz und erfahre, wie es den Mitarbeitenden geht, was sie brauchen und welche Themen es gerade gibt. Jede:r einzelne soll sich gehört fühlen. Deshalb steht meine Tür im wahrsten Sinne des Wortes immer offen.

Was war bisher die größte Überraschung in Ihrer Rolle als Pflegedirektor?

Die Dankbarkeit der Menschen, schon bei Kleinigkeiten. Wie zum Beispiel meine offene Tür. Eine große Überraschung waren auch die Zahlen hinter den Kulissen. Da konnte ich im Nachhinein auch einige Entscheidungenaus der Vergangenheit besser nachvollziehen. Das zeigt mir wiederum auch, wie wichtig Transparenz ist. Die Kolleg:innen brauchen so weit das möglich ist, Erklärungen für gewisse Entscheidungen.

Was motiviert Sie in Ihrem Beruf, gerade auch in herausfordernden Zeiten?

Die Kolleg:innen, die wiederum für mich da sind. Es ist ein tolles Gefühl, dass ich mich auch auf die anderen verlassen kann.

Was haben Sie im Laufe Ihrer bisherigen Laufbahn über gute Führung gelernt?

Ich führe so, wie ich selbst gern geführt werden will.

Welche Bedeutung hat für Sie die Zusammenarbeit innerhalb der Schwesternschaft?

Die Möglichkeit zu wachsen. Und ich hatte in all den Jahren immer das Gefühl, wenn etwas ist, ist jemand da. In der Schwesternschaft habe ich mich immer gesehen gefühlt. Auch die Oberin kommt immer mal vorbei und fragt, wie es mir geht und ist bei Problemen erreichbar. Es ist einfach eine sehr familiäre Atmosphäre. Das ist für mich nicht selbstverständlich.

Welche Entwicklungen möchten Sie in den kommenden Jahren anstoßen oder begleiten?

Ich arbeite weiter daran, dass wir an Zuwachs gewinnen und moderner werden. Wir streben hier z. B. den Flexpool an. Das betrifft zum Beispiel Mütter, die ein Arbeitszeitmodell bekommen, das an ihr Leben angepasst ist. Oder eben die junge Pflegefachkraft, die in einer anderen Generation großgeworden ist und andere Bedürfnisse hat. Das ernst zu nehmen und damit zu arbeiten, das ist eine Entwicklung, die ich auf dem Zettel habe.

Was bedeutet für Sie „gute Pflege“?

In erster Linie Respekt gegenüber den Patient:innen, Idividualität und Verständnis.

Welche Erwartungen haben Sie an Politik und Gesellschaft im Hinblick auf die Zukunft der professionellen Pflege?

In der Gesellschaft finde ich, sind wir teilweise schon auf einem guten Weg. Vor allem seit Corona wird die Pflege mehr gesehen und wertgeschätzt. Jetzt muss die Politik nachziehen, damit sich wirklich etwas zum Positiven verändern kann.

Was möchten Sie anderen Mitgliedern der Schwesternschaft mit auf den Weg geben?

Bleibt euch selbst treu. Ihr müsst euch nicht verändern, um gut zu sein. Ich z. B. muss nicht streng führen, wenn ich das nicht bin. Habt den Mut zu scheitern, das gehört dazu. Niemand ist perfekt. Gebt nicht auf. Dafür gibt die Schwesternschaft den richtigen Rahmen. Im vergangenen Jahr hatte ich nie das Gefühl unter Druck gesetzt zu werden.

Vielen Dank für das Gespräch.